Gründerrechte bei Personalunion des Gründerrechtsinhabers und einer Begünstigtenstellung, die Begünstigtenrechte in den Gründerrechten aufgehen und daraus ein vermögenswerter Charakter der Gründerrechte abge- leitet wird. Tamm^ führt weiter aus, dass die grundsátzliche Vererbbarkeit nicht gesondert gesetzlich"? geregelt háütte werden müssen, wenn den Gründerrechten auch ein vermógenswerter Charakter zu- kommen sollte. Auch die Legalvermutung zugunsten des Gründerrechtsinhabers erlange ihren Sinn nur dann, wenn ohne diese dem Gründer keine Begünstigtenstellung zustehen würde." Tamm^ kommt somit zum Schluss, dass die Gründerrechte als rein organschaftliche Verwaltungsrechte anzusehen sind. Gem. Marxer & Partner? schliessen die Gründerrechte eine beschránkte Verfügungsmóglichkeit über Vermógenswerte ein, weshalb sie somit als organschaftliche Rechte im weiteren Sinn zu qualifizieren sind. Des Weiteren kónnen Gründerrechte durch die Gláubiger des Inhabers der Gründerrechte exeku- tiv verwertet werden, sind also Gegenstand der Vollstreckung und des Konkurses. Fischer” geht von einem überwiegend organschaftlichen Charakter der Gründerrechte aus. Aus seinen Ausführungen lásst sich schliessen, dass er zumindest einen mittelbar vermógensrechtlichen Charakter der Gründerrechte nicht ausschliesst. Unkrüer^ stellt die — aus deutscher Sicht sicherlich berechtigte — Frage, ob die Gründerrechte über- haupt in vermógensrechtliche und organisatorische Rechte aufgespalten werden kónnen. Aufgrund des Abspaltungsverbots, wie es bspw. im deutschen Gesellschaftsrecht vorgesehen ist, wire dies nicht móglich. Das Abspaltungsverbot ergibt sich aus $ 717 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) und wird in Deutschland als allgemeiner Rechtsgrundsatz betrachtet/é. Gemäss diesen Bestimmungen kann das Stimmrecht eines Gesellschafters nicht ohne den dazugehórigen Gesellschaftsanteil übertragen werden. Die Vermógens- und Verwaltungsrechte werden als Bestandteile eines einheitlichen Mitglied- schaftsrechts angesehen und kónnen somit auch nicht isoliert übertragen werden. Eine Trennung zwi- schen organschaftlichen- und vermógensrechtlichen Handlungen erscheine in der Praxis als beinahe unmöglich. Tamm” führt hierzu aus, dass das liechtensteinische Gesellschaftsrecht, entgegen dem deutschen Recht, die Spaltung von organschaftlichen und vermögenswerten Rechten zulässt. Dies zeigt sich darin, dass $9 Vgl. Tamm, Anstalt 136. 7 Art, 541 PGR. 7! Vgl. Tamm, Anstalt 136. P? Vgl. Tamm, Anstalt 137. ? Vgl. Marxer & Partner, Wirtschaftsrecht 75. ™ Fischer in Schuhmacher/Zimmermann 176. P? Unkrüer, Die privatrechtliche Anstalt in Liechtenstein im Spannungsfeld zwischen Erbrecht und Gesell- schaftsrecht, RIW 1998, 205. 7? OLG Stuttgart 19.3.2010, 8 W 112/10, npoR, 2010, 3, 82. 7 Tamm, Anstalt 140 ff. 18