Einfluss Führungsstil und Kultur auf Motivation 2 Literaturrecherche Die Literaturrecherche in dieser Arbeit ist in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil wird auf den Führungs- stil eingegangen. Der zweite Teil bezieht sich auf die Organisationskultur und den Einfluss des Füh- rungsstiles auf diese. Im letzten Teil wird darauf eingegangen, wie der Führungsstil und die Organisati- onskultur die Mitarbeitermotivation beeinflussen. 2.1 Führungsstile In diesem Kapitel wird zuerst der Begriff Führung definiert und durch ein Modell von Jung und Sosik veranschaulicht, anschließend wird das Full-Range-Leadership Modell nach Bass und Avolio (1996) vorgestellt. Dieses Modell beinhaltet die drei Führungsstile transformationale, transaktionale und Lais- sez-faire Führung, die im weiteren Verlauf des Kapitels genauer beschrieben werden. Die Erforschung der Rolle der Führungsperson und des Führungsstils innerhalb einer Organisation hat in den Wirtschaftswissenschaften eine lange Tradition. Wenn auch in frühen Forschungsarbeiten zum Thema Führung der Fokus noch sehr stark auf der individuellen Führungsperson liegt und davon aus- gegangen wird, dass Führungspersönlichkeiten zum Führen „geboren“ sind (z.B. Strodgill, 1948, Argy- ris, 1955), geht man mittlerweile von erlernten Kompetenzen, Eigenschaften und Herangehensweisen aus, die sıtuativ angepasst werden (Fiedler, 1967, House, 1971, Vroom und Yeton, 1974). Eine klare und eindeutige Definition des Begriffes Führung gibt es in der Wissenschaft nicht, hingegen eine Viel- zahl von Ansätzen, den Führungsbegriff zu definieren. Die zahlreichen subjektiven Assoziationen, wel- che Individuen mit dem Begriff Führung verbinden sind laut Yukl (2013) ein Grund dafür, welche eine Mehrdeutigkeit des Begriffes zulassen. Einige Definitionen besagen, dass es sich bei Führung um einen Prozess oder ein System handelt, das bewusst die Handlungen von Personen innerhalb einer Gruppie- rung steuert, fördert und strukturiert (Stogdill & Coons, 1957, S. 18). Stogdill und Coons betonen, dass es das Verhalten eines Individuums ist, das die Gruppe zu einem gemeinsamen Ziel lenkt (1957, S. 7). House et al. (1999) fokussieren sich beim Führungsbegriff ebenfalls auf ein Individuum, das die Fähig- keit hat andere zu beeinflussen und zu motivieren effektive Beiträge zu liefern, welche zum Erfolg der Organisation beitragen (S. 13). Worin alle Definitionen über Führung übereinstimmen, ist die Tatsache, dass es innerhalb des Systems Führende und Geführte geben muss, welche sich in eine Struktur mit verschiedenen Ebenen einordnen lassen. Die vorgegebenen Ziele werden erreicht indem die Führenden die Geführten entsprechend beeinflussen (Mayrhofer, Furtmüller & Kasper, 2015, S. 19). Um effektiv führen zu können ist es sehr wichtig die Komplexität des organisationalen Kontextes zu berücksichtigen. Dafür muss genau verstanden werden in welcher Situation sich das zu führende Unternehmen befindet und wie die Mitarbeiter, die Vorgesetzen und alle weiteren Personen innerhalb des Systems miteinander interagieren. Es wird deutlich, dass Führung als dynamisches, komplexes System verstanden werden muss, dessen Ausrichtung auf alle Akteure innerhalb und außerhalb sowie auf die Situation, in der sich die Organisation befindet, angepasst werden muss. Für die Auswahl der passenden Vorgesetzten ist es entscheidend, dass diese in den Kontext des Sys- tems, in dem sie agieren, gesetzt werden. Abbildung 1 zeigt die Kernelemente, die laut Sosik und Jung (2010) die größte Relevanz für das Thema Führung haben. Diese spiegeln sich im Vorgesetzen, der