Full text: Anwendung der virtuellen Realität in der Psychotherapie

VR in der Psychotherapie 
5 Diskussion 
5.1 Limitationen 
Eine Limitation dieser Forschungsarbeit liegt im Umfang der untersuchten Studien. Um im Rahmen 
dieser Forschungsarbeit zu bleiben, wurden nicht alle Studien zur Behandlung von psychischen Erkran- 
kungen untersucht. Der Fokus liegt bei dieser Forschungsarbeit auf jenen Phobien, die durch eine grö- 
ßere Anzahl an bestehenden Studien eine Vergleichbarkeit zulassen. Dabei wurden drei spezifische Pho- 
bien identifiziert, zu denen ausgeweitete Studien durchgeführt wurden. Diese Phobien umfassen die 
Behandlung von Höhenangst, Flugangst und Spinnenphobie. Wissenschafter aus unterschiedlichen 
Kontinenten haben sich mit der Behandlung dieser Phobien mittels virtueller Realität befasst, wobei zu 
berücksichtigen ist, dass auch nicht alle bestehenden Studien zu spezifischen Phobien untersucht wur- 
den. Anhand der untersuchten Studien wurde die Entwicklung der virtuellen Realität in der Psychothe- 
rapie dargestellt und analysiert. Weitere Einzelfallstudien zur Raumangst, Angst vor öffentlichen Reden 
und Fahrangst wurden untersucht, jedoch sind aufgrund der zu geringen Stichproben bei diesen Studien 
keine Generalisierungen abgeleitet worden. Neuerliche Literaturrecherchen sind nötig, um weitere Stu- 
dien zu identifizieren. Weitere Angststörungen könnten untersucht werden, die weitere Erkenntnisse 
aufzeigen. So wurden Studien zur Behandlung von psychischen Erkrankungen wie posttraumatischen 
Belastungsstörungen (Rizzo et al., 2011) ausfindig gemacht, welche in dieser Forschungsarbeit nicht 
weiter thematisiert wurden. Womöglich können aufgrund der Komplexität dieser psychischen Erkran- 
kungen weitere Potentiale und Risiken kenntlich gemacht werden, die in dieser Forschungsarbeit nicht 
berücksichtigt wurden. 
Es ist auch wahrscheinlich, dass die untersuchten Studien sich in der Studienqualität unterscheiden. Zum 
Beispiel kann eine große Stichprobengröße ein besserer Indikator für die Studienqualität sein oder auch 
nicht. In der vorliegenden Forschungsarbeit wurden Studien untersucht, die sowohl geringe als auch 
größere Stichproben aufweisen. Vor allem zu Beginn der jeweiligen Forschungen wurden Einzelfallstu- 
dien durchgeführt, die die Effektivität einer Behandlung in der virtuellen Realität bestätigen sollten (Bo- 
tella et al., 1998; Carlin et al., 1997; Rothbaum et al., 1995; Rothbaum et al., 1996; Wald & Taylor, 
2000). In weiterer Folge wurden Studien mit größeren Stichproben durchgeführt (Mühlberger et al., 
2003; Mühlberger et al., 2006; Rothbaum et al., 2000; Rothbaum et al., 2006; Suyanto et al., 2017). 
Womöglich können durch Studien, die in etwa dieselbe Stichprobengröße aufweisen, noch detailliertere 
Vergleiche dargestellt werden. 
Durch die chronologische Aufarbeitung der bestehenden Studien, angefangen vom Jahr 1995 bis zum 
Jahr 2017, ist in dieser Forschungsarbeit ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Equipments ver- 
treten, die verwendet wurden, um die Studien durchzuführen. Durch die Verwendung zeitlich einge- 
grenzter Studien kann zusätzlich auf die Technologie und deren Besonderheiten eingegangen werden. 
5.2 Fazit 
Die Technologie der virtuellen Realität erlebt aufgrund des technologischen Fortschritts einen neuen 
Aufschwung, der unterschiedlichste Branchen auf die Technologie aufmerksam werden lässt. Verbes- 
serte Rechen- und Grafikleistungen machen die virtuelle Realität alltagstauglich und erweitern deren 
Anwendungsbereich (Dörner et al., 2013, S. 83-11). Mit Hilfe der virtuellen Realität werden lebhafte 
Nlusionen kreiert, die im Stande sind, die menschlichen Sinne zu beeinflussen (Slater & Wilbur, 1997, 
S. 606). Ein- und Ausgabegeräte unterstützten das Eintauchen in eine Welt, die keine physischen Gren- 
zen kennt. Dies kann so weit führen, dass Benutzer in der virtuellen Realität die projizierten Bilder als 
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